Geographische Lage der Burg Kürnberg

 

 

Natur rund um die Kirnburg

Flora und Fauna auf der Kirnburg entdecken

Das Gebiet der Kirnburg und der angrenzenden Flächen zeigt die typische Waldrandflora und -fauna. Die Burg ist von lichtem Ahorn-Buchen-Fichten-Mischwald umstanden. Am Waldrand wachsen auch einige Esskastanien. Auf der gerodeten, steinigen Burgfläche, auf den trockenen Hängen und den angrenzenden Freiflächen lassen sich viele typische Tiere und Pflanzen beobachten. Alle Arten rund um die Kirnburg zu erfassen wäre eine Aufgabe für ein umfassendes Monitoring, weshalb hier nur ein schlaglichtartiger Überblick gegeben werden kann.

 

Pflanzen (Auswahl)

Umfangreiche Bestände der Großen Brennnessel sind zu sehen. Diese Pflanze ist ein Stickstoffzeiger und belegt die frühere Anwesenheit von Menschen und Tieren auf dem Areal. Ein ebensolcher Anzeiger für menschliche Aktivitäten ist das Immergrün. Der zu den Lippenblütlern gehörige Gemeine Wirbeldost wirkt ebenso wie der „Gemeine Wasserdost“ und die „Wilde Pastinake“ besonders anziehend auf Insekten.
Ein typischer Besiedler von Ritzen in Steinen ist der „Braunstielige Streifenfarn“, den man zahlreich auf dem Burggelände finden kann.

 

Säugetiere

In den Wäldern dominiert Rehwild. Aufgewühlte Flächen rund um die Burg bezeugen die Anwesenheit von Wildschweinen. Auf Steinen findet sich abgesetzte Losungen von Feldhasen und Füchsen.

 

Insekten - Schmetterlinge

Im Frühjahr und Sommer fliegen hier der C-Falter, der Kaisermantel, das „Große Ochsenauge“, der Faulbaumbläuling und das Waldbrettspiel. Im Spätjahr kann man den Braunen Waldvogel (auch Schornsteinfeger genannt) und den „Russischen Bären“ beobachten.

 

Libellen

Am Waldrand jagt die Gemeine Heidelibelle. Ihr bevorzugter Lebensraum sind kleine, stehende, pflanzenreiche Gewässer, die im Bleichtal zu finden sind. Die ebenfalls gesichtete Blaugrüne Mosaikjungfer begibt sich zum Jagen auch gerne in Gebiete, die nicht unmittelbar am Wasser liegen.

 

 

Schwebfliegen und Käfer

Blühende Pflanzen auf den Freiflächen locken viele Insekten an. Stellvertretend seien hier nur die Totenkopfschwebfliege und der „Kleine Schmalbock“ genannt. Im angrenzenden Wald kann man den Waldmistkäfer und auf dem Burggelände den Balkenschröter finden.

 

Fangschrecke

Eine Besonderheit stellen mehrere Funde der Gottesanbeterin dar. Die dokumentierten Exemplare sind grün, braun oder strohfarben gefärbt. Die Tiere passen sich bei jeder Häutung dem jeweiligen Untergrund an. Die „Mantis religiosa“ steht deutschlandweit auf der roten Liste und gilt als stark gefährdet.

 

Spinnen

An den Waldrändern mit hohem, trocknem Grase, fühlt sich die Wespenspinne wohl. Eine Art, die ursprünglich aus dem Süden kommt und sich seit Jahren, wohl als Folge des Klimawandels, in der Vorbergzone immer weiter ausbreitet.

 

Reptilien und Amphibien

Die Zauneidechse bewohnt das Gelände der Burg. Man kann die Tiere oft beobachten, wie sie auf den von der Sonne aufgeheizten Mauern und auf großen Steinhaufen, die Wärme genießen.
Noch nicht nachgewiesen werden konnte die Schlingnatter, die in diesem Habitat aber zu vermuten ist. In den feuchteren Regionen am Fuße der Burgmauern wird mit Sicherheit auch die Erdkröte hausen.

 

Vögel

Ganz typische Arten sind der Eichelhäher, der Buntspecht und der Buchfink. Und über allem zieht der Mäusebussard seine Kreise und lässt seinen unverkennbaren Ruf ertönen.

 

Text: Dr. Gabriele Weber-Jenisch, Herbolzheim - August 2019

Fotos: Dr. Gabriele Weber-Jenisch / Hans-Jürgen van Akkeren (Fotolocation Kirnburg 8/2019)

 

Zauneidechse (Lacerta agilis) Weibchen_1
Zauneidechse
(Lacerta agilis) Weibchen
Braunstieliger Streifenfarn (Asplenium trichomanes)_1
Braunstieliger Streifenfarn
(Asplenium trichomanes)
 
Immergrün (Vinca)_1
Immergrün
(Vinca)
Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus) Weibchen_1
Balkenschröter
(Dorcus parallelipipedus) Weibchen
Gemeine Heidelibelle (Sympetrum vulgatum)_1
Gemeine Heidelibelle
(Sympetrum vulgatum)
 
Brauner Waldvogel auch Schornsteinfeger (Aphantopus hyperantus)_1
Brauner Waldvogel auch Schornsteinfeger
(Aphantopus hyperantus)
 
Gemeiner Wirbeldost (Clinopodium vulgare)_1
Gemeiner Wirbeldost
(Clinopodium vulgare)
Kleiner Schmalbock (Stenurella melanura)_1
Kleiner Schmalbock
(Stenurella melanura)
Wespenspinne (Argiope bruennichi)_1
Wespenspinne
(Argiope bruennichi)
 

 

 

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Bildergalerie - Fotostrecke rund um die Kirnburg

 

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Die Herren von Üsenberg - Besitz und Einfluss im mittelalterlichen Breisgau

Autor: Hans-Jürgen van Akkeren

 

Die Herren von Üsenberg zählen mit ihren zahlreichen Besitzungen zu einer der mächtigsten Familien des niederen Landadels im Breisgau. Sie entstammen einer weit verzweigten Adelssippe, den sogenannten Hessonen, die ohne Zubenennung im 11. Jh. greifbar sind. Ihre namensgebende Burg Üsenberg befand sich auf einem Vulkankegel ca. 600 m nördlich der Zähringer Burg von Breisach auf einer Rheininsel (augia 7). Diese Rheininsel wurde nach 1677 beim Festungsbau zur Gewinnung von Baumaterial fast völlig abgetragen. Die erste Zubenennung nach ihrer Stammburg findet sich erstmals im Jahre 1139 in einer Schenkung des Erlewin von Wolfenweiler, in der ein Hesso von Üsenberg als Zeuge auftritt. Die Burg Üsenberg wird urkundlich erstmals in einer um 1180 gefälschten Urkunde als castrum de Husenberch erwähnt, die auf das Jahr 1139 ausgestellt wurde. Im Jahre 1291 wird sie bereist als Burgstall, einer abgegangenen Burg, erwähnt Lit.: A B C Üsenberg, Helen Strotz:1545; 13.

Genealogie der Üsenberger

Zu den Nachkommen der Hessonen werden auch die Grafen von Nimburg, die Grafen von Harchberg, die Herren von Eichstetten, die Herren von Kenzingen, die Meiger von Kürnberg (mit Cuno von Schweighausen 1203 als Stammvater gebürtig von Kenzingen, 1248 Schultheiß Cuno von Kenzingen daselbst) 10; 12, derer von Rimsingen, Emmendingen-Hachberg und Wasenweiler angesehen. Eine Verwandtschaft zu den Herren von Rötteln wird ebenso in Zusammenhang gebracht. Auch eine Verwandtschaft zu den Waldeckern wird vermutet. Die Besitz- und Verwandtschaftsverhältnisse dieser Familien befinden sich nicht nur im mittelalterlichen Breisgau, sondern auch in der Ortenau, im Elsass, der heuteigen Schweiz, am Neckar, in Oberschwaben und um Backnang. Die genauen genealogischen Verwandtschaftsverhältnisse der einzelnen Familienzweige können nicht exakt dargestellt werden. Promintente Ehegemeinschaften bestanden unter anderem zu den Herren von Schwarzenberg, den Rappoltsteinern, den Geroldseckern, den Herren von Katzenellenbogen, Malterer, von Horburg, von Tierstein, von Urslingen, von Kirkel,  den Herren von Lichtenstein im nördlichen Elsass, den Markgrafen von Hachberg und den Grafen von Urach, bzw. den Grafen von Freiburg und Tübingen-Lichteneck vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg:; 11.

Die Üsenberger starben 1379 im Mannesstamm aus. Der letzte ihrer Dynastie, Johannes von Ü., Herr zu Sulzberg, verfasste als Landrichter des Breisgaus die Münsterthaler Bergordnung. Wie Johannes von Ü. zu diesem Amt gekommen ist, bleibt im Unklaren. Als Landrichter im Breisgau erscheint er nur einmal in diesem Zusammenhang. Vermutlich hatte er in Verbindung mit dem österreichischen Landvogt nur ein stellvertretendes Amt inne 7.

Besitz der Üsenberger

Nach dem Ableben des letzten Zähringer Herzogs (1218) entwickelten sich die Üsenberger zu einer der mächtigsten Familien des Breisgaus. Zu den zahlreichen Lehen und Rechten der Üsenberger zählen die Besitzungen des Bistums Basel im Kaiserstuhlgebiet, am Tuniberg, im Freiburger Raum, sowie im südlichen Breisgau die Vogtei des Klosters Sulzburg 1157. In den Besitz der Burg und der Siedlung Riegel gelangten die Üsenberger vermutlich über die Vogtei des Klosters Einsiedeln.

Um 1200 erhielten die Üsenberger die Vogtei über die Güter des Frauenklosters Andlau im Elsass. Zu diesem Besitz gehörten die Ortschaften Bleichheim, Wagenstadt, Nordweil, Bombach, Dorf Kenzingen, Herbolzheim, Sexau, Ottoschwanden, Bahlingen, Endingen und Kiechlingsbergen. Die Vogteirechte des Klosters Andlau scheinen vermutlich auch nach der üsenbergischen Herrschaftsteilung 1290 gemeinsam ausgeübt worden zu sein. vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg:1546; 4.

„Diverse Eingriffe seitens der Vögte in die Rechte des Kl.s werden dafür verantwortlich gemacht, dass 1284 erstmals die Vogteirechte schriftlich fixiert wurden. Die Äbt. Adelheid von → Geroldseck trennte sich wg. Schulden, die auf besagte Eingriffe zurückgehen könnten, 1344 von diesen Besitzungen.“ Originalzitat, vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg:1546
Im nördlichen Bereich der Vogtei Andlau befand sich Eingangs des Bleichtals eine befestigte Grangia (Kornspeicher), die 1203 erstmals als castri chornberc im Besitz des Bvrchardi de Osinberc erwähnt wurde. Im Jahre 1219 ist Rudolf I. von Üsenberg erstmals als andlauischer Vogt belegt. Es wird vermutet, dass sich die Vogteirechte über die andlauischen Besitzungen im Breisgau schon länger in ihren Händen befunden haben (Beleg mit der Nennung Burkard v. Ü. 1203 castri Chornberc = Kastenbuck). Vermutlich wurde der Bau der Burg Kürnberg (heute Kirnburg) bei Bleichheim erst möglich, nachdem sie die Vogteirechte des Klosters Andlau um 1200 übernommen hatten (B. Jenisch). Rudolf I. von Üsenberg ist vermutlich der Erbauer der Kirnburg, die am 16. Nov. 1219 als castro nostro Kvrinberc in prima porta erstmals urkundlich erwähnt B.Jenisch; 2; 3; 4.

Außerdem besaßen die Üsenberger im 13. Jh. Lehen des Bistums Straßburg, welche die Grafen von Nimburg an das Bistum für die Teilnahme des Kreuzzugs um 1200 verkauften. Zu diesen Lehen gehörten die Orte Herbolzheim, Weisweil, sowie ein Hof in Riegel. Im Elsass zählten zu den Lehen des Bistums Straßburg die Dörfer Hunesfeld und Münchweier, sowie die Vogtei über den Fronhof in Munzingen (Breisgau) vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg.

Teilung der Herrschaft Üsenberg

Um das Jahr 1290 kommt es zur Teilung der üsenbergischen Herrschaft unter den Vettern Rudolf III. und Hesso IV. von Ü. In der Forschung wird die Teilung als „Obere“ und „Untere“ Herrschaft bezeichnet.  Die Teilung der Herrschaft wird jedoch erst 1331 durch einen Schiedsspruch zwischen Hugo von Ü. und Günter von Schönau einerseits und Jakob von Neuenfels andererseits belegt 1.

Zu der „Niederen Herrschaft“, welche Rudolf III. erhielt, zählten die Stadt Kenzingen und die Burg Kvrinberc, Altenkenzingen, Münchweier, Herbolzheim, Bleichheim, Nordweil, Bombach, Hausen (heute Rheinhausen), Dorf und Burg Weisweil, der halbe Wildbann zu Sulzberg und die Kirchensätze zu Bergheim im Elsass und Kappel am Rhein vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg.

Hesso IV. von Ü. erhob das Dorf Endingen 1285/86 zur Stadt, um sich einen neuen Herrschaftsmittelpunkt in seiner „oberen Herrschaft“ zu schaffen.  Auch Sulzburg wurde durch ihn Ende des 13. Jh. zur Stadt erhoben. Seine Söhne Burkhard III. und Gebhard gerieten mit der Stadt Freiburg in einen Konflikt. Beide gelobten am 28. Sept. 1314 in Zukunft keine weiteren wehrhaften Bauten mehr in Eichstetten zu errichten. Ein Jahr später erwarben sie von ihrem mutmaßlichen Verwandten Ulrich von Eichstetten die Burg vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg.

Zu Beginn des 13. Jh. gerieten die Üsenberger mit den Herren von Falkenstein in einen Konflikt. Der Rechtsstreit um die Vogtei des Dorfes Bickensohl führte zu dem sogenannten Kaiserstühler Krieg. Auf der Seite der Ü. stand die Stadt und die Bürger von Endingen, auf der Seite der Falkensteiner befanden sich die Herren von Endingen (Kohler), Graf Konrad von Freiburg, sowie die Bürger der Stadt Freiburg. Während des Verlaufs der Auseinandersetzungen wurden die Herren von Endingen von den Üsenberger erschlagen, weshalb ihnen 1322 eine beträchtliche Sühnezahlung auferlegt wurde. Gebhard von Ü., Domherr zu Straßburg, wurde deshalb nach England in die Verbannung geschickt vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg.

Herrschaftssitze und Stadtgründungen der Üsenberger

Zu den prominenten Burgen im mittelalterlichen Breisgau zählen neben der Burg Kurinberc (1219) bei Bleichheim, die Burg Üsenberg (1180 castrum de Husenberch cum tota augia) nördlich von Breisach, die Burg Höhingen (Besitz der Ü. erlangt zwischen 1259 u. 1306, 1336 belegt) bei Achkarren und die Burg Riegel (Ersterwähung 1180, ab 1238 Besitz der Ü.) auf dem Michelsberg. Weitere Burgen, die sich im Besitz der Üsenberger befunden haben, sind ab 1207 das Wasserschloss Entenstein in Schliengen 5, Burg Weisweil (Besitz des Friedrich von Ü. 1349 belegt), Burg Eichstetten (1356 als Burgstall erwähnt),  die Burg Wasenweiler als Lehen des Klosters Murbach vor 1297 7, ein Festes Haus excepta una mansione Burchardi de Ůsenberch auf dem Eckardsberges bei Breisach (1185 erwähnt 8) und die Burg Neuershausen zu Beginn des 13. Jh. 7.  Eine weitere Burg, die sich im Besitz der Herren von Ü. befunden haben könnte, ist die Koliburg bei Endingen. Hier existiert die These, dass die Koliburg den Ü.ern zu Lehen gegangen ist. Ob die Üsenberger die Burgen in Sulzburg und Ballrechten-Dottingen besaßen, lässt sich nach derzeitigem Forschungsstand nicht beantworten vgl. Helen Strotz ABC Üsenberg.

Zu den Höhepunkten der üsenbergischen Handlungen zählen die Stadtgründungen Kenzingen 1249 (1283 durch König Rudolf von Habsburg gestattet), Endingen 1285/86, Sulzburg Ende des 13. Jh., sowie die Gründung des Frauenklosters Wonnental bei Kenzingen um 1230 (1242 erstmals urkundlich belegt) 9.

 

Wappen der Herren von Üsenberg - Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, AG 2760 _1

Das Wappen der Herren von Üsenberg - Ausschnitt aus der Züricher Wappenrolle von 1340.

Quelle: https://www.e-codices.ch/en/snm/AG002760/1r
Parchment · 1 f. · 12 x 400 cm · Area of Lake Constance · around 1330-1345
License Public Domain: Zürich, Schweizerisches Nationalmuseum, AG 2760, f. 1r
Zürich Armorial (https://www.e-codices.ch/en/list/one/snm/AG002760)


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Quellen:

  1. A B C Üsenberg, Helen Strotz, Handbuch Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich, Band 15.IV, Grafen und Herren
  2. Badische Zeitung 15. Mai 2019, „Neue Erkenntnisse zum Bau der Kirnburg in Bleichheim“, „Die Forscher (Dr. Bertram Jenisch und Dr. Andreas Haasis-Berner) sehen mittlerweile auch die immer wieder geäußerte These als widerlegt, dass die Kirnburg um das Jahr 1160 erbaut worden sein soll.“
  3. Badische Zeitung 15. Mai 2019, Kirnburg - „Baubeginn war später als gedacht“, „Bis vor einigen Jahren galt noch das Jahr 1203 als Jahr der Kirnburg-Ersterwähnung. Mittlerweile steht für van Akkeren und die beiden Denkmalamt-Archäologen Bertram Jenisch und Andreas Haasis-Berner aber fest, dass die Anlage zum ersten Mal im Jahr 1219 in einer Urkunde auftaucht.“
  4. „Die Ruine der Kirnburg“, Dr. Bertram Jenisch 2019, Geschichtstafel bei der Kirnburg
  5. EBIDAT, Die Burgendatenbank, Entenstein
  6. Breisgau-Burgen.de - Burkheim, Hans-Jürgen van Akkeren
  7. Ödungen und Wüstungen im Breisgau von Adolf Poinsignon (1887) in Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins Band II.
  8. Heinrich VI. (RI IV, 3 n. 4) 1185 Juli – Basel, RI IV,3 n. 4, in: Regesta Imperii Online
  9. Die Pforte, 26. Und 27. Jahrgang 2006/07, Nr. 50-53, Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde in Kenzingen e. V.
  10. Die Meiger von Kürnberg – Vasallen der Herren von Üsenberg, Georg Kirnberger 2012
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Üsenberger, Stammbaum
  12. OBGB, Kindler von Knobloch, Band II 1905 He-Lysser S. 267 Herren „von Kenzingen. Johannes scultetus de Kenzingen, avunculus Cunonis de Sweichusin 1219. 1248 Dekanus Cuno scultetus de Kenzingen“
    Band III 1919 S. 77 „Meyer von Kenzingen siehe Meyer von Kürnberg“, S. 77 „Meyer von Kuernberg, auch Meyer von Kenzingen, Burgmannen der Stadt Kenzingen und der Burg Kürnberg“.
  13. Die Burgen im mittelalterlichen Breisgau. Nördlicher Breisgau, Halbbd. A- K, hg. von Alfons Zettler und Thomas
    Z S. 43 Breisach/Üsenberg

 

Links zu Quellen:

Zu 1. https://adw-goe.de/en/digital-library/hoefe-und-residenzen-im-spaetmittelalterlichen-reich/gsn/rf15_IV-4625/
        und  https://adw-goe.de/fileadmin/dokumente/forschungsprojekte/resikom/pdfs/HBIV/A_B_C_Uesenberg.pdf

Zu 2. https://www.badische-zeitung.de/herbolzheim/neue-erkenntnisse-zum-bau-der-kirnburg-in-bleichheim--173150650.html

Zu 3. https://www.badische-zeitung.de/baubeginn-war-spaeter-als-gedacht--173153701.html

Zu 5. http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=1606

Zu 6. https://www.breisgau-burgen.de/de/index.php/breisgau-burgen/burgen-a-h/burgen-b/burkheim-schloss-burkheim

Zu 7. https://archive.org/stream/zeitschriftfrdi16langoog#page/n335/mode/2up

Zu 8. http://www.regesta-imperii.de/regesten/4-3-1-heinrich-vi/nr/1185-07-00_1_0_4_3_1_36_4.html?tx_hisodat_sources[action]=show&tx_hisodat_sources[controller]=Sources&cHash=42f3b90562c6f97d6e18993fe342127e#rinav

Zu 9. http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/pforte-2007-26-27?sid=70a9e342a10e45f487c88ea911da9b6e

Zu 11. https://de.wikipedia.org/wiki/Üsenberger Stammbaum der Üsenberger

Zu 12. https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kindlervonknobloch1898ga Kindler von Knobloch, Badische Historische Kommission, Oberbadisches Geschlechterbuch Band 1-3. Heidelberger historische Bestände Digital.

Zitate, die nicht extra aufgeführt wurden, sind Fehler meinerseits, dies bitte ich zu entschuldigen.

 

Abkürzungen:

Äbt.   = Äbtissin
Kl.      = Kloster
Lit      = Literatur
OBGB = Oberbadischen Geschlechterbuch
S.       = Seite
vgl     = vergleich
wg.    = wegen
Ü.      = Üsenberg

 

 

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Der Name der Burg Kürnberg und die Mühlsteinproduktion

 

Sogenannter Unterstein (120 cm x 65 cm)
Sogenannter Unterstein (120 cm x 55 cm).                       
Bleichtal. Foto: H-J van Akkeren

Der Berg, auf dem die Kirnburg steht, heißt Kirnhalde. Ein lang gezogener Bergrücken, der nach Westen sanft und nach Osten steil abfällt. Er gab der Burg ihren Namen. Auf der anderen Seite des Kirnbachtals liegen die Kirnhalden. Im westlichen Bereich vom Erzbuck und dem Holderau fanden sich die ersten Mühlsteine an ihrem Entstehungsort. Interessant ist die Tatsache, dass das alte mittelhochdeutsche Wort für Mühlstein Kürn, Kürne und später Kirn heißt. Die Kirnburg wird erstmals urkundlich am 16. November 1219 als castro nostro Kvrinberc in prima porta erwähnt.

Die Geologie des Buntsandsteines in seiner etwa 200 m mächtigen Schichtabfolge stellt den Hauptteil der Gesteine dar, der auf der Basis eines tiefgründig angewitterten Gneis liegt. Eine Vielzahl von Steinbrüchen befinden sich in der Schicht des sogenannten Bausandsteins, der eine Mächtigkeit von etwa 70 m aufweist. Nach oben hin schließen zwei etwa 15 m starke Buntsandsteinschichten die gesamte Schichtfolge ab. Hierbei handelt es sich um das Hauptkonglomerat und den Kristallsandstein, die beide stark verkieselt sind und daher zur Felsbildung neigen. Da die untere Schicht des Bausandstein schneller verwittert, bricht der darüber liegende härtere Kristallsandstein als Fels ab und bleibt an den darunter befindlichen Hängen, in den sogenannten Blockhalden liegen.

In diesen Blockhalden entdeckte man die Spuren der mittelalterlichen Steinhauer, die das härtere Rohmaterial für die Mühlsteinherstellung verwendeten. Die vorgefundenen Mühlsteinrohlinge sind während der Herstellung oder beim Abtransport zu Bruch gegangen. Diese für den Steinhauer bedauerlichen Umstände geben uns heute einen interessanten Einblick in die Herstellung der Mühlsteinproduktion des Mittelalters. Diese Rohlinge sind Zeugnisse einer alten Handwerkskunst, an denen die unterschiedlichen Herstellungsstadien ablesbar sind. Die Größe und Stärke der vorgefundenen Mühlsteine lässt auch die Vermutung zu, dass es eine Norm für Ober- und Untersteine gab. Bisher wurden an drei verschiedenen Stellen Untersteine mit einem Durchmesser von ca. 120 cm und 60 cm Stärke entdeckt. Die Obersteine hatten einen Durchmesser von ca. 104 cm und 30 cm Stärke. Die Lochungen in den Obersteinen wurden erst vor Ort der Mühlentechnik angepasst.

Die Mühlsteinrohlinge sind Kleindenkmale und stehen unter Denkmalschutz!

 

Text: Hans-Jürgen van Akkeren

Quellen:
Hachberg-Mosaik, Die Mühlsteinproduktion im Bleich- und Kirnbachtal, Axel Lott 2012
Die Meiger von Kürnberg, Georg Kirnberger 2012
Breisgau-Burgen.de, Hans-Jürgen van Akkeren 2019
Foto: Hans-Jürgen van Akkeren 2019

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Veranstaltungen

 

Hans-Jürgen van Akkeren alias Rudolf nobilis de Üsenberg_1
 
17. Mai 2020


Die Veranstaltung ist abgesagt!

Wanderexkursion „Im Schatten der Burg Kürnberg“ mit Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren

 

2019 jährte sich der erste urkundliche Nachweis der Burg Kürnberg zum 800. mal. Dieses Jubiläum war Anlass sich mit dem Wahrzeichen des Bleichtals näher zu befassen. Mit neu gestalteten Informationstafeln wurde der aktuelle Forschungsstand zusammengetragen und für die Geschichtsinteressierten aus nah und fern aufbereitet.
Über mehr als 400 Jahre war die Burg repräsentativer Wohnsitz, Befestigung, Herrschafts- und Verwaltungszentrum im nördlichen Breisgau. Von der einstigen stattlichen Burg Kürnberg zeugen heute nur noch Mauerreste, Geländespuren, einige Schriftquellen und archäologische Funde. Wer sich auf eine Entdeckungsreise einlässt, kann aber auch im Umfeld der einstigen Wehranlage viel Interessantes finden.

Der Berg, auf dem die Kirnburg steht, heißt Kirnhalde, Kirnberg. Ein lang gezogener Bergrücken, der nach Westen sanft und nach Osten steil abfällt. Er gab der Burg ihren Namen. Auf der anderen Seite des Kirnbachtals liegen die „Kirnhalden“. Im westlichen Bereich vom Erzbuck und dem Holderau fanden sich die ersten Mühlsteine an ihrem Entstehungsort. Interessant ist die Tatsache, dass das alte mittelhochdeutsche Wort für Mühlstein „Kürn“, „Kürne“ und später „Kirn“ heißt. Die Kirnburg wird erstmals urkundlich am 16. November 1219 als „castro nostro Kvrinberc in prima porta“ erwähnt.
 
Die Exkursion startet am Sonntag 17. Mai 2020 um 13:45 Uhr bei der Kirnburghalle in Bleichheim.

Auf dem Weg von Bleichheim bis zur Burgruine berichtet Burgführer Hans-Jürgen van Akkeren über die spannende Vergangenheit der Herrschaft Üsenberg und ihre Burg Kvrinberc mit Themen über die Mühlsteinproduktion, dem Bergbau, dem Duttenbrunnen und die Wasserversorgung zur Burg, der Schlosswiese und dem Schlosshof, das Königssträßle zur Burg und die Vorwerke der Burganlage.
 
Treffpunkt: Kirnburghalle Bleichheim
 
Beginn der Exkursion: 17. Mai 2020, 13:45 Uhr. Dauer ca. 2,5 Stunden.
 
Am Ende der Exkursion versorgen uns Bleichheimer Freunde der Burg Kürnberg gegen eine Spende mit Vesper und Getränke.
 
Unkostenbeitrag: 6,- € Erwachsene, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei. Keine Voranmeldung notwendig!
 
Festes Schuhwerk ist erforderlich. Teilnahme auf eigene Gefahr, keine Haftung für Wegeunfälle durch den Veranstalter. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Exkursion führt durch den Wald, bitte beachten Sie, dass das Rauchen und offenes Feuer im Wald verboten ist!

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